Alles dreht sich – Alles bewegt sich -
Ein Wochenende für den Bau einer Fräse mit CNC14 in Bochum

Kapitel 1 – Die Idee
Auf der Internetrecherche nach Konzepten für den Bau einer eigenen Fräse
bin ich im letzten Jahr auf den Workshop von CNC14 gestoßen. Der
Workshop von Birgit Hellendahl hat bei mir gleich großes Interesse
hinterlassen. Unter Anleitung des CNC14-Teams (Birgit, Sabrina, Alois und
Marian) kann man an drei Tagen eine eigene Fräse bauen und sicher sein,
dass Sie so funktioniert wie es sein soll. Leider ist zu diesem Zeitpunkt die
Fräse vom Arbeitsraum noch ein wenig zu klein, um auch Rastermasse für
Möbel fräsen zu können. Aber trotzdem, die Idee ist in meinem Kopf und in
meinem Bauch. Sie setzt sich fest - Alles dreht sich - Alles bewegt sich.

Kapitel 2 – Es wird konkret
Eines Tages klingelt das Telefon: Birgit ruft an um sehr euphorisch mitzuteilen:
Die Fräse wird größer - es läuft. Nach dem Telefonat geht der Puls bei mir
wieder hoch - Ich sage sehr schnell zu und aus einer Idee wird nun ein
konkretes Projekt. Ich habe Flugzeuge im Bauch und Bienen im Kopf – Alles
dreht sich – Alles bewegt sich.

Kapitel 3 - Es geht los
Am 28.04.2023 packe ich das Wohnmobil für drei Tage Workshop in Bochum.
Der Workshop findet statt bei der Firma Stromboli. Der Empfang bei Andreas,
dem Chef und bei Philip und Henrik ist freundlich und sehr zuvorkommend.
Ich fühle mich sofort wohl. Die Firma stellt seit über 30 Jahren
feinmechanische Bauteile und komplexe Baugruppen her. Sie setzen Ideen in
maßgeschneiderte Lösungen um.
Später im Workshop erläutert uns Andreas, wo der Name der Firma
herkommt: „Damals lief ein gleichnamiger Film von Roberto Rosselini mit
Ingrid Bergmann, da hatte meine Frau plötzlich die Idee für den Namen der
Firma“.
Mit einem Kaffee und netten Gesprächen warte ich auf die übrigen Teilnehmer
und auf das Team von CNC14.
Erste organisatorische Dinge sind schnell erledigt. Thomas, ein weiterer
Teilnehmer und ich sind mit dem Wohnmobil angereist. Für uns gibt es wie
selbstverständlich einen Stellplatz und einen Zweitschlüssel, damit wir in der
Nacht und am Morgen die Sanitäranlagen und die Kaffeemaschine nutzen
können. Ich bin total erfreut über so viel Entgegenkommen. Die Mitarbeiter der
Firma scheinen wirklich nett zu sein. Ein Eindruck, der sich in den nächsten
drei Tagen erheblich festigen sollte.
Andreas ist ebenso leidenschaftlicher Fahrradfahrer wie ich und so ist
nebenbei auch die Möglichkeit für den ein oder anderen Austausch zu diesem
Thema am Rande des Workshops – Alles dreht sich – Alles bewegt sich.

Kapitel 4 - Der Workshop beginnt:
10:00 Uhr- es geht los. Das Team von CNC14, bestehend aus Birgit, Sabrina,
Alois und Marian, den vier Teilnehmern (Thomas, Frank, Gabriel und mir)
stellen sich vor und wir machen uns miteinander bekannt. Ja, es stimmt: Vier
Teilnehmer und vier „Trainer/-innen)!
Dann geht es auch schon los:
Die ersten Bauteile für die Alu-Z-Achse werden zusammengebaut. Aufregung
macht sich breit...wird alles klappen, was passiert nun, die ersten Schritte sind
ebenso aufregend, wie schnell erledigt und es stellt sich bald Entspannung
und mit den ersten Erfolgen auch Lust auf mehr ein.
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Holzbauteile und Laufschienen. Mit
Präzisions-Schablonen, werden unter fachmännischer Anleitung des CNC14
Teams die Laufschienen auf die Unterkonstruktion aufgeschraubt. Die ersten
Laufwagen werden aufgesetzt und die Zahnräder für die Laufbänder werden in
die vorgefertigten Bauteile eingesetzt.
Am Nachmittag fällt ein Problem auf: Da in diesem Workshop zum ersten Mal
die CNC14 Plus aufgebaut wird, gibt es ein Problem mit der Höhe der
Laufbänder, aber die Lösung ist schnell gefunden. Henrik und Philip (Firma
Stromboli) begleiten sehr interessiert den Workshop und sind sofort mit einer
Lösung am Start. Mit kurzfristig in der eigenen Werkstatt hergestellten Alu-
Bauteilen ist das Problem schnell gelöst. So gesehen war es also eigentlich
gar kein Problem. Wo viele Geister sich vereinen, gibt es kein Problem, es gibt
eben nur Lösungen – also nichts, was den Fortschritt für den Bau der Fräse
wirklich aufhalten könnte.
An dieser Stelle nutzen alle die Möglichkeit, Feinmechaniker bei der Arbeit zu
sehen. Ich sehe hochpräzise Ergebnisse in unfassbarer Geschwindigkeit, die
wie selbstverständlich wirken, mich aber in großes Staunen versetzen.
Zusätzlich bekommen wir noch Maulschlüssel für unsere Fräse, die mit
unseren eigenen Namen gelasert werden- sehr schön.
Am Rande ist auch Zeit für andere Projekte. Thomas, der Schreiner, stellt
seine neue selbstgebaute Absauganlage vor – ein schöner und ziemlich
kräftiger Sauger.
Auch das Team von CNC14 diskutiert mit uns über den gesamten Workshop
über Optimierungsvorschläge an der Fräse - klar, die Fräse ist klasse, aber
Zeit zur Selbstreflexion und für Verbesserungen sollte immer sein.
Am Ende des ersten Tages gehen alle mit einem guten Gefühl auseinander
und freuen sich auf den nächsten Tag... Morgen geht es weiter -Alles dreht
sich, alles bewegt sich.

Kapitel 5 – Der zweite Tag
Am zweiten Tag wird die Fräse hardwaremäßig fertig gestellt und die ersten
elektronischen Bausteine werden verbaut. So langsam sieht man etwas
wirklich Schönes entstehen. Abends sitzen alle zusammen beim grillen, lernen
sich besser kennen und diskutieren über alles Mögliche, es wird viel gelacht.
Wir wachsen langsam ein wenig zusammen.
Sonntag - der große Tag. Nach intensiver Schulung in CAD und CAM geht es
am Nachmittag an die erste Fräsarbeit. Als sich die Fräse zum erstem Mal in
Bewegung setzt und das macht, was wir vorher am PC geplant haben, ist das
Glückgefühl ziemlich groß. Alles dreht sich - Alles bewegt sich.

Kapitel 6: Der Heimweg
Schließlich geht es daran, dass neue Baby nach Hause zu bringen. Dazu
laden wir gemeinsam die über 80 Kilo schweren Ergebnisse drei Tage langer
Arbeit in die Autos. Es stellt sich ein wenig Wehmut ein. Ist etwa alles vorbei?
Sind wirklich schon drei Tage vergangen?
Insgesamt wurden drei CNC14 Plus und ein Dötzchen gebaut.
Der Abschied ist für mich schon ein wenig wehmütig. Es ist nicht nur die
Fräse, die ich mit nach Hause nehme, sondern auch die tollen Eindrücke und
das Gefühl, wirklich nette Menschen kennengelernt zu haben. Ich starte das
Wohnmobil nicht ohne mich auch für die Gastfreundschaft der Firma Stromboli
herzlichst zu bedanken. Ich lege den Gang ein und setze mich in Bewegung.

  • Alles dreht sich, Alles bewegt sich.

Kapitel 5 – Nachklapp
Der Workshop war weit mehr als ein bisschen schrauben, um am Ende eine
Fräse zu haben. Ich bin froh mich für CNC14 entschieden zu haben. Jedem,
für den der Weg das Ziel ist, kann ich den Workshop wärmstens empfehlen.
Ich wünsche dem CNC14-Team weiterhin viel Erfolg, viele neue
Bekanntschaften und ich wünsche der Firma Stromboli weiterhin ein so tolles
Betriebsklima. Bleibt wie ihr seid, nicht alles muss sich drehen, nicht alles
muss sich bewegen.
Ich wünsche allen viel Spaß, die sich auch für den Workshop entscheiden, und
ein riesiges Danke an Birgit, Sabrina, Alois und Marian.
Mai, 2023 (Eddy Grewe)

Ein paar Eindrücke vom Workshop

Die Firma Stromboli, unsere Werkstatt vor der Kulisse der 1968 stillgelegten
Zeche Robert Müser

Birgit und Sabrina bei der Arbeit

Alle sind überall, es wird im Team gearbeitet

Die Absauganlage von Thomas

Auch die Firma Stromboli hat eine CNC14

Henrik erläutert uns die Lasergravur


Vielen Dank Eddy für den schönen Bericht! Und ganz viel Spaß mit deiner Fräse!

CNC14 Counter

234

Bis heute haben 234 CNC14 Fräsen einen glücklichen Besitzer bekommen. Ich würde mich sehr freuen, auch Dich bei einem unserer nächsten Workshops begrüßen zu dürfen. Birgit