CNC14 Workshop München ... Six Done

Die können sich zuhause sehen lassen: Sechs Fräsen und neun bestensgelaunte Workshopteilnehmer sind das Ergebnis des ersten Münchner CNC14-Fräsenbau-Workshops. Der Andrang auf den Kurs begann früh und so waren bereits in den ersten Januar-Tagen mehr Plätze belegt, als wir ursprünglich vorgesehen hatten. Da wir aber auch zum ersten mal als CNC14-Team gemeinsam auftraten, haben wir uns einfach mal getraut, 6 Fräsenbauer plus drei Co-Builder gleichzeitig zu betreuen ... und es hat weder den Fräsen noch uns geschadet.

Birgit, die bereits vier Workshops in der Kölner DingFabrik organisierte, ist für diesen Workshop nach München gereist. Bevor die Teilnehmer am Samstag morgen eintrafen, mussten Werktische aufgebaut, der Materialeingang kontrolliert, Bauteile vorgefräst und die Elektronikteile getestet werden. Ihre lange Checkliste sorgte dafür, dass wir mögliche Pannen minimieren und den Workshopteilnehmern flüssiges Arbeiten ermöglichen konnten.

Wie flüssig und schnell dann der Aufbau der Fräsen von statten ging, hat selbst uns überrascht und sogar ein wenig irritiert: Nach der Einführung in die Arbeitsschritte und Aufgaben, kam sich das Workshopleiter-Team hin und wieder etwas überflüßig vor. Die Teilnehmer tauschten sich intensiv untereinander aus, schauten sich Tipps und Tricks voneinander ab und waren sich oft selbst genug. Unser Einsatz war allerdings gefordert, wenn es um das präzise Zusammenspiel der Bauteile ging. Bei fast allen Fräsen ließen sich z.B. noch Verbesserungen der Laufruhe und Genauigkeit erzielen und wir konnten zeigen, wie wichtig Gehör, Fingerspitzengefühl und hochwertiges Messwerkzeug beim Bau der CNC-Fräse sind.

Tag 1: Die Workshopteilnehmer geben sich zur Einführung noch geduldig ... aber ich höre die Hufe scharren ...
Tag 1: Das Tagesmantra sitzt und der Startschuß ist gefallen: Wir beginnen mit ein paar Brettern und einem Klacks Leim ...
Tag 2: Die Hardware schaut gut aus. Zeit für die Justage ...

Am dritten Tag des Workshops wurde die Elektronikteile verbaut und in kurzen Abständen starteten an allen Fräsen die Achs-Motoren. DAS ist der Moment, indem sich auch die letzte Konzentrationsfalte glättet, die Anspannung weicht und sich jeder, wirklich jeder Teilnehmer, einem breiten Grinsen hingibt. Die eigene Fräse läuft!!!

Nachdem über 250 Bauteile mit einer Vielzahl von Hilfsmaterialien und Werkzeugen verbaut waren, hörte man über Stunden nur noch das "Lied der Fräsen" (Youtube-Clip folgt) und ersten Fragen zu Bedienung und Workflow. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem der ausgefeilte Stundenplan zerbröselte, denn jeder der Teilnehmer wollte schnellstmöglich seine Ideen auf der Fräse verwirklichen. Wir baten um Geduld und verwiesen auf den ausgiebigen Theorie- und Übungsteil der für den Sonntag eingeplant war ... ohne Erfolg ;) ;)

Allein dem Umstand, dass die Fräsenbauer so konzentriert an den Fräsen gearbeitet hatten (Wir haben sie nicht angetrieben!!!), dass sich schon am frühen Abend Müdigkeit breit machte, verdanken wir, dass auch der letzte Sonntag noch genutzt werden konnte.

Tag 4: Einführung in die Arbeit mit der Fräse und den Workflows eines Projektes ...

Die Verladung aller Fräsen in die Autos verlief, als hätte ein Formel 1 Boxenstopp-Team mit den Teilnehmern tagelang trainiert.

Die Fräsen hatten noch am Abend ihren Platz in den heimischen Werkstätten eingenommen und erste Ankunfts-Mail trudelten ein. Die weiteste Anreise hatte diesmal die Fräse für Braunschweig. Eine Fräse geht in eine Profi-Gitarrenbauer-Werkstatt in die Schweiz (Wir sind sehr stolz ;). Ebenfalls für den Einsatz als Präzisions-Werkzeug eines Gitarrenbauers gedacht, fuhr eine CNC14-Fräse am Abend in die Holledau. Wieder dabei: Ein Schreinermeister, der in der CNC14 ein nützliches Werkzeug für Gravuren und Intarsienarbeiten sieht. Sehr schön war, dass diesmal zwei Vater-Sohn-Teams teilgenommen haben und glückliche Fräsenbesitzer wurden.

Wir haben uns auch über Besuch freuen können: Nathan und Simon, zwei der 6 Brüder, die eine eigene Interpretation der Ur-Hacks-Fräse gebaut haben, schauten wohlwohlend und mit kritischem Blick auf jedes Detail. Mein Lieblingszitat an diesem Wochenende lieferte Simon: "Die sieht ja richtig erwachsen aus." Ja, stimmt. Wenn wir unsere eigenen Fräsen, die noch "aus der Hand" gebaut wurden, zum Vergleich heranziehen, schauen die größeren Fräsen der Workshop-Teilnehmer ungleich klarer aus: Alle Bohrlöcher sitzen präzise, die Teile stehen an ihrem Platz, als könnte es gar nicht anders sein, und es gibt keine Spuren von "Nacharbeit". Irgendwie sehen sie einfach und schön aus. Unsere Fräsen wirken hingegen wie rohe "Arbeitstiere".

Dieser Workshop wird einen Nachfolger haben: Wir sind dabei, die Planung für die nächsten Workshops in Köln und München festzuziehen und rühren uns, wenn wir Termine nennen können.

CNC14 Counter

186

Bis heute haben 186 CNC14 Fräsen einen glücklichen Besitzer bekommen. Ich würde mich sehr freuen, auch Dich bei einem unserer nächsten Workshops begrüßen zu dürfen. Birgit